Habe die Ehre!

Mein Motto Medizin zu betreiben ist: Menschlich das Mögliche …machen. In meinem Leben habe ich viel Glück gehabt: Oft war ich zur richtigen Zeit am richtigen Platz und habe mich – häufig überhaupt nicht abseh- oder planbar mit den Richtigen vernetzen können. Aufrichtigen Dank an dieser Stelle in alle Dimensionen. Ich habe eine Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Regensburg, mein Traumjob.

Ich bin vom Grundberuf Arzt: Psychosomatiker – Psychiater – Psychoanalytiker auf humanistisch-psychologischem Fundament, integrativ, innovativ und „nebenbei“ Medizininformatiker, mit nur einem Ziel: viel Zeit für meine Patienten und die Beantwortung ihrer Fragen zu haben und wenig Zeit mit der Verwaltung von Krankheit verbringen zu müssen, klug gepaart mit der Generierung von gut geschützten Daten, die wir wider besseren Verstehens der Gattung Mensch im Hier und Jetzt nützen können.

Ich betreibe seit über 25 Jahren eine Heilkunde nach dem Leitsatz „weniger ist mehr“. Ursprünglich in der Inneren Medizin sozialisiert, habe ich Forschung immer mit einem Stand- und einem Spielbein betreiben können. Viele von den über 200 Orginalarbeiten, bei denen ich manchmal federführend, oft im Team mitgewirkt habe, sind in der klinischen Versorgungsforschung anzusiedeln.

Der Vorsatz, dem ich in in meinem klinischen Handwerk immer folge, lautet: Therapeuten müssen ihre Patienten so kompetent machen, dass sie selbst überflüssig werden. Der zweite Leitsatz ist: Medicus curat, natura sanat. (Jahrtausende alt: Der Arzt kuriert/sorgt sich, die Natur heilt). Genau so möchte ich unsere geplante Arbeit einordnen: Wir möchten der menschlichen Natur ihre Geheimnisse abringen, um unsere wichtigste Lebensgabe, die Möglichkeit der Selbstheilung besser zu verstehen und nutzbar zu machen, wann immer wir es könnten und wollen... Imagination, Selbst-Hypnose, Meditation, Autogenes Training, Yoga, Tai Chi, Funktionelle Entspannung, etc. etc. etc.

Unsere Möglichkeiten reichen weit über die Psychologie hinaus: Ich halte die Trennung zwischen Körper und Psyche, die seit 500 Jahren die westliche medizinische Welt formt, einfach gesagt, für falsch. Jeder seelische und soziale Prozess hat eine körperliche Entsprechung:

Ein Schmetterlingsflügelschlag – nicht in China – sondern in unserer Vorstellung, muss in unserem Geist ver-wortet werden: Schmetter (lings)… flügel-schlag.  Jedes dieser Wortteile ist immer auch verbunden mit etwas Körperlichem, einer Bewegung, einer Handlung. Wir versetzen die Systeme unseres Körpers in Bereitschaft, die „schmettern“, oder die "flügeln" und ihrer Funktion gleichen oder die „schlagen“: Das Herz, die Arme, immer auch verbunden mit einer unbewussten Orientierungs- und Regelungs- bzw. Bereitstellungsreaktion auf der körperlichen Ebene oder der entsprechenden muskulären Motorik und Grundspannung – „Auf einen Schlag“ ist die Aktion des Schmetterlingsflügels in uns „einverleibt“, und so könnte es fort und fort gehen, ist Produkt des Zusammenwirkens vieler neuronaler Netzwerke einmal als Folge und weitere Ursache von biologischen Prozessen. Der Flügelschlag des Schmetterlings in China kann nach dem Verständnis der Chaostheorie durchaus  auch zu einem „Sturm“ in Europa führen, in unserem Bild zu einem Krampf in der rechten Wade.

Mein dritter Leitsatz heißt: Leben ist Bewegung! Deshalb habe ich mich – sehr erfolgreich, wie die unabhängige Bewertung meiner wissenschaftlichen Leistung zeigt- vor 20 Jahren der Erforschung der Körper- und Bewegungstherapie und der Entspannungsverfahren verschrieben. Die Anerkennung der Methode „Funktionelle Entspannung nach Marianne Fuchs“ unter Kollegen und der Stellenwert in der Versorgung ist wesentlich auf Arbeiten die aus meinem Verantwortungsbereich kommen, begründet.

Am 28. Juli 2014 war wieder so ein Tag der unerwarteten Begegnungen, wie ich sie oben angesprochen habe. TaKeTiNa kannte ich zunächst aus der „Draufsicht“auf die Heiligenfelder Aktivitäten als eines der besonderen Angebote der Heiligenfeldkliniken, für die wir bei der Qualitätssicherung mitwirken, habe auch einmal – Ende der 90er einen workshop erlebt, und bei den Patienten, die spontan davon erzählt haben, den Nutzen erahnen können. Als offener, aber auch kritischer Denker war ich an diesem bewussten Tag in Begegnung mit Reinhard Flatischler und habe mir die hypotetische Wirkung und die Idee hinter dem Behandlungskonzept erklären und mich gewinnen lassen. Es hat mich überzeugt. Daneben sprechen auch 300.000 Teilnehmer weltweit klar für die Methode.

Auf dieser Plattform stehe ich verantwortlich für eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern, die das Neue wagen wollen, und gebe im ersten Schritt in meiner akademischen Funktion als Universitätsprofessor die Möglichkeit – im Geist einer freien und verantwortenden Wissenschaft, TaKeTiNa einer ersten wissenschaftlichen Effizienzprüfung zuzuführen. In dieser Welt  Ausgangspunkt für eine breite Anerkennung, unabhängig davon was sie zu leisten im Stande wäre.

Denn: kranke Menschen haben das Recht, für die Lösung ihrer Probleme, dem Vermindern von Leidenszuständen, und dem Geld, dass sie dafür ausgeben, sei es nun direkt oder indirekt, wirksame und gute Angebote zu bekommen. Diese sollen oder sogar müssen zielführend sein, das heißt nicht nur die Not wendend, ausreichend und sicher sondern auch zeitlich wirtschaftlich.

Dazu käme dann aus meiner Sicht noch das Gebot der Nachhaltigkeit. Diese Kriterien sollte auch TaKeTiNa erfüllen, unabhängig vom ganz Besonderen, aus meinem ersten Verständnis heraus durchaus unvergleichlichem, wenn es in unserem Gesundheitssystem Platz und Finanzierung finden soll. Den Beweis müssen die Vertreter der Methode selbst liefern. Die Mitarbeiter meiner Abteilung sind hierbei gerne behilflich.


Ihr Prof. Thomas Loew